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Der Forschungsschwerpunkt befasst sich mit der Analyse von Lernmotivation und Interesse in unterschiedlichen Lernsettings. Dabei werden individuelle Voraussetzungen und Lernumwelten im Zusammenhang mit Lernmotivation und thematischem Interesse untersucht.
Fragestellungen sind u.a.:

Welche Bedingungen der Lernumwelt motivieren Lernende?
Was demotiviert SchülerInnen, Studierende oder Lehrpersonen?
Wie hängt die Arbeitsmotivation von LehrerInnen mit der Lernmotivation von SchülerInnen zusammen?
Warum gelingt es einigen LernerInnen besser, langfristig motiviert und interessiert zu sein?
Welchen Einfluss hat die Persönlichkeit auf die Lern- und Arbeitsmotivation und die Wahrnehmung von Umwelten?
Welche kulturspezifischen Unterschiede lassen sich finden?

Theoretische Konzepte (ein kurzer Einblick)

Zwei konzeptionell eng miteinander verbundene Theorien bilden die Basis des Forschungsschwerpunkts: Die Selbstbestimmungstheorie (SDT) (Deci & Ryan, 2002) sowie die pädagogisch-psychologische Interessentheorie (Krapp, 1992). Es wird davon ausgegangen, dass u.a. die Befriedigung grundlegender psychologischer Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Einbindung selbstbestimmte Lernmotivation und langfristig ein thematisches Interesse fördern. Ferner wird untersucht, inwiefern Aspekte einer konstruktivistischen Lehr-Lernphilosophie mit (selbstbestimmter) Motivation und Interesse zusammenhängen. Außerdem werden auf der Personenseite Persönlichkeitsmerkmale und lernrelevante Einstellungen erhoben und mit der Wahrnehmung der Lernumwelt sowie der Motivation und dem Interesse im Zusammenhang analysiert.

Untersuchungsbereiche

Studentisches Lernen in der Hochschule, Lernen im schulischen Unterricht, Bedingungen und Auswirkungen der Arbeitsmotivation von LehrerInnen.

Instrumente

Ein Instrument zur Erfassung der motivationalen Regulation bei Schülerinnen und Schülern wurde für den deutschsprachigen Raum überarbeitet. Der Fragebogen ist eine adaptierte und ergänzte Version des „Academic Self-Regulation Questionnaire“ (SRQ-A) nach Ryan & Connell (1989). Die teststatistischen Kennwerte sowie Untersuchungen zur Validität verweisen auf eine gute Anwendbarkeit des Instruments für die Unterrichtsforschung und -praxis. Seit 2016 steht eine überarbeitete und neu validierte Fassung des Fragebogens zur Verfügung.

Ferner wurde ein Fragebogen entwickelt, der die wahrgenommene Unterstützung der drei Basic Needs sowie die Skalen Struktur und „giving a rational“ im schulischen Unterricht beinhaltet.

Weitere Fragebögen zur (Lern-)Motivation und Erfassung motivationsrelevanter Bedingungen (z.B. LehrerInnen- und Studierendenfragebögen) sind direkt bei den Autoren erhältlich: Florian.Mueller [ÄT] aau.at

Bereits verfügbare Fragebögen

SRQ-A[G]-2007: Skalen zur motivationalen Regulation beim Lernen von SchülerInnen (Forschungsbericht Nr. 1).
SBN-S-2011: Skalen zur wahrgenommenen Basic Needs Unterstützung von SchülerInnen.
SMR-L-2016: Skalen zur motivationalen Regulation beim Lernen (Diagnostika)

Ausgewählte Publikationen aus dem Projekt

Thomas, A. E. & Müller, F. H. (2016). Entwicklung und Validierung der Skalen zur motivationalen Regulation beim Lernen. Diagnostica, 62, 74-84. (Online Ausgabe: Juli, 2015: http://dx.doi.org/10.1026/0012-1924/a000137).
Thomas, A. E. & Müller, F. H. (2014). Autonomy support: a key for understanding students learning motivation in science. Zeitschrift für Bildungsforschung, 4(1), 43-61.
Gnambs, T. & Hanfstingl, B. (2013). A Differential Item Functioning Analysis of the German Academic Self-Regulation Questionnaire for Adolescents. European Journal of Psychological Assessment, 1(1), 1-10.
Müller, F. H. & Hanfstingl, B. (2010). Special Issue Editorial: Teacher Motivation. Journal for Educational Research Online, 2(2), 5-8.  Link
Hanfstingl, B., Andreitz, I., Müller, F. H. & Thomas, A. (2010). Are Self-Regulation and Self-Control Mediators between Psychological Basic Needs and Intrinsic Teacher Motivation? Journal for Educational Research Online, 2(2), 55-71.  Link
Müller, F. H. (2010). Die Bedeutung der Selbstbestimmung von Lehrpersonen für Unterricht und Lernen – Empirische Befunde aus dem Interventionsprojekt IMST. In J. Abel & G. Faust (Hrsg.), Wirkt Lehrerbildung? (S. 91-103). Münster: Waxmann.
Müller, F. H., Hanfstingl, B. & Andreitz, I. (2009). Bedingungen und Auswirkungen selbstbestimmter Lehrermotivation. Erziehung & Unterricht, 159(1/2), 142-152.  Datei
Müller, F. H. (2006). Interesse und Lernen. REPORT – Zeitschrift für Weiterbildungsforschung, 29(1), S. 48-62.  Datei
Müller, F. H., Palekčić, M., Beck, M. & Wanninger, S. (2006). Personality, motives and learning environment as predictors of self-determined learning motivation. Review of Psychology, 13(2), 75-86.  Datei
Müller, F. H. & Palekčić, M. (2005). Bedingungen und Auswirkungen selbstbestimmt motivierten Lernens bei kroatischen Hochschulstudenten. Empirische Pädagogik, 1(2), 134-165.
Müller, F. H. & Palekčić, M. (2005). Continuity of motivation in higher education: A three-year follow-up-study. Review of Psychology, 12(1), 31-43.  Datei
Müller, F. H. & Louw, J. (2004). Learning environment, motivation and interest: perspectives on self-determination theory. South African Journal of Psychology, 34(2), 169-190.

Kontaktperson:

Florian Müller (florian.mueller@aau.at)

Kooperationspartner:

Marko Palekcic (Universität Zagreb, Kroatien)
Igor Radeka (Universität Zadar, Kroatien)
Chen Chen (University of Hong Kong)
Sonja Bieg (Unviersität Augsburg)